Ausblick: Nanowrimo

Das letzte Jahr war… seltsam. Gerechnet von Ende November fing es damit an, dass ich meinen Geburtstag überlebt habe. November ist nicht mein „Beste mentale Verfassung“-Monat, im Gegenteil. Aus dem üblichen „omg you should go and die“ wird ein „DIE BITCH, DIE“, und unter diesen Umständen ist es gefährlich für mich, kein aktuelles Projekt zu haben wie in den letzten Jahren.

Das war letztes Jahr mit dem noch nicht veröffentlichen Angelegenheiten der Familie Liljeqvist ja gegeben, und ich wollte unbedingt wissen, wie diese Story zuende geht und was das für eine Erfahrung wird. Außerdem, hey, David Bowie hatte ein neues Video draußen mit zwei Sekunden Footage.
Dezember spektakulär wegen Lazarus und woah David wurde gesichtet in NYC mit Iman, Lazarus kam grandios an, neues Material, wuii, … uns wurde ein Foto von Lexi gezeigt?

Das war vermutlich der Zeitpunkt, an dem das Universum in eine alternative Zeitlinie gerutscht ist, denn das war seltsam. Ende Dezember der Leak von Blackstar – ich habe 2016 mit Dollar Days eingeläutet – und dann: Lazarus-Video, Blackstar-Release, … David hat seit 18 Monaten Krebs gehabt und ist gestern Abend verstorben.

I’m sorry, what.

Im Prinzip war es damit gelaufen. Ich habe nicht besonders viel Erinnerung an die letzten 11 Monate. Ich habe ein Tattoo bekommen, endlich, ich habe eine ganze Menge Zeit in Schock und mit Leugnen verbracht. Die Story war ungefähr das Allerbeste, was ich hatte, und selbst das wurde schwer.

Status Quo war also Ende Oktober:

  1. Es wäre nicht schlecht, im elften Monat was zu tun zu haben.
  2. Ich hatte Anfang des Jahres, als Angelegenheiten der Familie Liljeqvist durchgedacht war, schon eine andere Idee, aber dann ist David gestorben und es kam… etwas anderes dazu. Ich hatte nicht die geringste Absicht, es weiterzuverfolgen, aber mein Unterbewusstsein hat es doch weitergesponnen.
  3. Hand aufs Herz, ich liebe die Liljeqvists zu sehr, um sie schon loszulassen.
  4. Außerdem hatte ich immer schon mal das Ziel, am Nanowrimo teilzunehmen.

Alle Punkte führten zu folgendem: wir tuen das, was wir nie tun wollten, und schreiben ein Sequel.

Aber… warum? war lange der Arbeitstitel, aber aus offensichtlichen Gründen ist es jetzt ★ (gesprochen Blackstar, was wohl niemanden überrascht). Ich habe mich am 1. November spontan für den Nanowrimo angemeldet und das Projekt eingetragen, wie es sich gehört und alles, und es ging bis zum Beginn des Schulstress dann recht gut voran.

Mein größter Hemmschuh war natürlich die ganze Sache, dass das doch etwas heikel ist, aber um ehrlich zu sein, hat mein Gehirn das seziert in folgende Punkte:

  • Damit jemand mich dumm deswegen anmachen kann, muss ich es erst mal veröffentlichen, und ich weiß noch nicht, ob es dazu kommt. Wir werden es am 10.01.2017 sehen, wenn dann.
  • Es ist eine andere Situation als die reale, schon allein, weil Lexi nicht Zahra ist und Iman nicht Cinna – und weil Zahra nicht Davids leibliches Kind ist.
  • Das ganze Projekt ist getrieben von persönlichem Verlust und der theoretischen Frage, wie man mit dem Wissen umgeht, nur noch begrenzt Zeit mit einer Person zu haben, und da ich lieber verdränge, als mich persönlich zu konfrontieren, funktioniert schreiben mit Charakteren so gut für mich. Auf 50,000 Wörter, in denen ich endlich lerne, loszulassen! Yippieh!

Das ist so der aktuelle Stand. Ich bin bei rund der Hälfte des Pensums, und hoffe, dass ich diesmal nicht zu sehr über das gesetzte Wortziel hinausschieße. Es hilft mir sehr, einfach draufloszuschreiben, mit dem Druck dahinter, da ich gegen Ende bei Angelegenheiten der Familie Liljeqvist nur noch 200 Worte am Tag hinbekommen habe – aber dafür Stunden gebraucht habe, weil mir nichts gefiel.

Wir werden sehen, wohin es führt – neben Tränen und Abnutzungsspuren auf der Tastatur. Ich behalte den Blog auf jeden Fall. Es wird ein neuer Tag (2013 – 2016) eingeführt, falls es tatsächlich online kommt, aber mir gefällt die Struktur hier ganz gut.

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